Flugtag 2010

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Flugtag 2010:

"Erste Flugtage ohne Flugzeugsstarts"

(Quelle: Salzgitter Zeitung)


Kaum zu glauben, aber wahr: Hunderte besuchten am Wochenende den Schäferstuhl, obwohl während der Flugtage kein Flugzeug startete oder landete.

"Seit 40 Jahren bin ich dabei, doch in diesem Jahr kann zum ersten Male nicht geflogen werden", sagte Steffen Poggensee, der Flugplatzkommentator, über Lautsprecher, um die Gäste zu beruhigen.

Viele zeigten Verständnis. Heiko Dehm war mit der Familie gekommen: "Wir machen das Beste draus. Es wird ja noch so viel angeboten." Petter Aselhorn: "Wir verbinden stets den Flugtag mit dem Besuch des Elisabethstifts. Auch sie war nicht enttäuscht.

Schuld an diesem Desaster hatte das Wetter. Durch den Dauerregen war der Landeplatz aufgeweicht worden. Die Entscheidung, keine Flugzeuge starten und landen zu lassen, fiel am Samstagmorgen. "Sicherheit geht vor", sagte Klubvorsitzender Andreas Keller. An beiden Tagen habe zudem böiger Seiten- und Rückenwind geblasen. Da halfen die kurzen Sonnenphasen nicht.

Eine Schönwetterphase nutzte Kunstflieger Rolf Hankers aus Braunschweig: Er kam zum Schäferstuhl, flog seine tollkühnen Kunstflugfiguren und – weg war er wieder.

Das munterte selbst die hartgesottenen Flieger ein wenig auf. Wie Flugleiter Bernd Ludolph, der diesmal nicht auf den Tower brauchte, sondern seine Aufgabe vom Boden aus erfüllte. Er ist seit zehn Jahren auf dem Tower, hatte aber solch eine Situation noch nicht erlebt.

Viele Besucher sahen Rolf Hankers gar nicht, denn sie lauschten da gerade der Musik der Feuerwehrkapelle Groß Mahner – am Sonntag spielten die Klesmer – in der Grunau-Halle bei Kaffee und Kuchen.

Am Abend gehörte die Flugzeughalle der Jugend, die sich von DJ Florian Reider mit heißer Musik zur Polonaise und zum Tanz locken ließ. Die Stimmung war gut.

Der Sonntag begann traditionsgemäß mit dem Gottesdienst in der Flugzeughalle, den der Posaunenchor musikalisch umrahmte.

Große Aufmerksamkeit erregte eine Ausstellung, die Norbert Skadock und Jürgen Hoffmann unter dem Titel "90 Jahre fliegen auf dem Schäferstuhl" zusammengetragen hatten. An Stellwänden zeigten sie sogar Aufnahmen von den Anfängen der Fliegerei, als die heutige Sporthalle des Elisabethstifts noch die Segelflughalle war und die Flugzeuge durch eine Waldschneise auf den Hang gebracht wurden.

An beiden Tagen gab es vor den Stellwänden zahlreiche Gespräche und am Sonntag ein Treffen der Ehemaligen mit den älteren Aktiven. Zu ihnen gehörte auch Maurice Hoffmann (75) aus Randburg bei Johannesburg in Südafrika. Er ist dort mit einem Ingenieurbüro selbstständig. "Ich fliege auch noch und nutzte sogar meine Flugleiterlizenz", erzählte er.

 

 

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